Es ging darum, die Geschichte seiner Sammlung aufzuarbeiten und insbesondere mögliche Raubkunstwerke zu identifizieren, das heisst Bilder, die das nationalsozialistische Regime zwischen 1933 und 1945 – von der Machtergreifung Adolf Hitlers bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs – bei ihren jüdischen Eigentümer konfisziert hatte.
Die Suche konzentrierte sich auf 125 vor 1945 geschaffene Kunstwerke von regionaler, nationaler oder internationaler Bedeutung, deren Urheber während des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz und im Ausland besonders geschätzt wurden. Der Gutachtenbericht führt 31 Bilder auf, deren Provenienz vollständig rekonstruiert wurde, und 91 Werke, deren Herkunft nicht völlig zu klären war, bei denen es jedoch keine Hinweise auf Raubgut gab, und schliesslich 3 Werke, deren Provenienz aufgrund von Eigentumswechseln während des Kriegs Lücken aufweist, die noch nicht geschlossen werden konnten.
Bis heute wurde in der Sammlung kein einziges Raubkunstwerk entdeckt. Allerdings ist die Suche noch nicht abgeschlossen: Die Abfolge der Eigentümer ist gelegentlich komplex und wahrt auch heute noch einen Teil ihrer Geheimnisse, wenn es weder ein Archiv noch andere Zeugnisse gibt. Vielleicht bringt die Entdeckung unveröffentlichter Dokumente eines Tages Licht in die Geschichte dieser Bilder.
Die Ausstellung präsentiert mehrere charakteristische Fälle, deren materielle Indizien es ermöglichen, ihre Provenienz zu rekonstruieren: Briefe, Auktionskataloge, Fotografien, Farbschichtanalysen, handschriftliche Beschriftungen und Stempel sind Beweisstücke, dank denen sich der spannende Weg dieser Werke, der die grosse Geschichte kreuzt, nachzeichnen lässt. Diese Entdeckungen mittels der vorliegenden Ausstellung mit dem Publikum zu teilen, entspricht dem Anspruch auf Transparenz, den sich das Kunstmuseum Wallis gesetzt hat.

