Welcome to Paradise

Die Schule von Savièse

Von 23. Juni 2012 bis 6. Januar 2013

Grosse Sonderausstellung des Kunstmuseums im Ausstellungszentrum Ancien Pénitencier. Anfangs des 20. Jahrhundert ziehen sich zahlreiche Maler aus den Städten aufs Land zurück. Im ländlichen Europa entstehen Künstlerkolonien (Schule von Pont Aven ; Worpswede usw.). Diese Maler stellen die Sitten des traditionellen Landlebens dar, eine Lebensweise, welche, abseits der industriellen, technischen und urbanen Modernität, idealisiert wird. Die Schule von Savièse ist eine typische Erscheinung dieses kulturellen und sozialen Phänomens in Europa.

Der Begriff ist eine Abkürzung für die Kolonisierung des Mittelwallis durch meist ausländische Maler. Ihre Namen sind : Ernest Biéler, Edmond Bille, Marguerite Burnat-Provins, Raphy Dallèves, Albert Muret, Edouard Vallet, Otto Vautier, Henry van Muyden, usw. Ausgewählt, zugeschnitten, ästhetisiert und verherrlicht erscheint das Wallis wie ein verlorenes Paradies. Die Künstler verbreiten ein schlichtes und ländliches Klischee, welches auch jetzt noch manchmal mit der Realität des Kantons verwechselt wird.

Die Ausstellung rückt die Referenz-Sammlung des Kunstmuseums ins rechte Licht und eröffnet gleichzeitig eine neue Sicht auf die Schule von Savièse : hier werden Fragen ohne Tabu gestellt und der nationale und internationale Zusammenhang hervorgehoben. Die Ausstellung befragt dabei sowohl die vergangene als >auch die gegenwärtige Identität des Wallis. Parallel zur Hauptausstellung im Ancien Pénitencier finden hintereinander zwei Dossier-Ausstellungen in einem Nachbargebäude statt : die erste, bis zum 16. September, nimmt das Thema Identität an Hand von zeitgenössischen Werken auf ; die zweite, ab dem 6. Oktober, präsentiert die Zeichnungen von Edouard Vallet.

Eine wichtige Publikation in französischer und deutscher Sprache begleitet die Ausstellung. Reich illustriert, stellt sie das Phänomen des ländlichen Primitivismus in einen historischen Zusammenhang und setzt dabei ein Kulturerbe von ungeahnter künstlerischer Qualität ins Zentrum – ein Balanceakt zwischen regionaler Ikonografie und internationalen Vorbildern.

Publikation

Empfang von Schulklassen

Praktische Informationen

Le Pénitencier
Rue des Châteaux 24 – 1950 Sitten
Di-So : 11.00 – 17.00 Uhr (von Juni bis September bis 18 Uhr)

Medieninfos

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